Wenn die Erkältung Hochsaison hat

    Alle Jahre wieder

    Frösteln, Halskratzen, eine triefende Nase, Abgeschlagenheit, mitunter sogar Fieber — vor allem die ersten drei Tage einer Erkältung sind für viele eine Zeit des Elends; manchmal hilft dann nur noch Bettruhe. Die gute Nachricht: Mit den Erregern — fast immer Viren — wird der Körper normalerweise selbst fertig. Bis das Ganze nach etwa sieben bis neun Tagen ausgestanden ist, können Hausmittel und Medikamente helfen, die lästigen Symptome zu lindern. 

    von Dr. Nina Schreiber

     

    Zu Beginn einer Erkältung, bei Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen

    • Ein sehr gutes Mittel zur Linderung von Erkältungssymptomen ist und bleibt eine Hühnersuppe. Inzwischen haben die Forscher auch herausgefunden, warum das so ist. Denn der in der Suppe enthaltene Eiweißstoff Cystein blockiert bestimmte weiße Blutkörperchen, die vor allem zu Beginn einer Erkältung vermehrt in die Nasenschleimhäute transportiert werden. Dadurch wird der Entzündung entgegengewirkt, und die Schleimhäute schwellen ab. Zudem enthält Hühnersuppe viele Vitamine sowie Eisen und Zink, die das geschwächte Immunsystem effektiv unterstützen. Idealerweise isst man täglich zwei bis drei Teller heiße Hühnersuppe – bis sich die Symptome deutlich gebessert haben.
    • Bäder mit Zusätzen aus Menthol-, Eukalyptus-, Thymian- oder Fichtennadelöl fördern die Durchblutung, lindern Gliederschmerzen und erhöhen die Körpertemperatur. Ihre ätherischen Öle wirken zudem schleimlösend. Ein Erkältungsbad ist jedoch tabu, wenn Sie Fieber haben!
    • Tees mit Lindenblüten und / oder Holunderblüten wirken schweißtreibend und sorgen so für eine Absenkung von leichtem Fieber. Steigt das Fieber auf Werte über 39° C könnte eine »echte« Grippe (siehe unten) dahinterstecken; dann heißt es: Sofort zum Arzt!
    • Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol lindern Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen. Ohne ärztliche Absprache sollten sie jedoch nicht länger als drei Tage eingenommen werden.
    • Ob die weit verbreitete Empfehlung, während einer Erkältung seine Flüssigkeitszufuhr auf zwei und mehr Liter pro Tag zu steigern, tatsächlich einen therapeutischen Nutzen hat, ist unklar. Wichtig ist, zu trinken, wenn man durstig ist bzw. das Bedürfnis danach hat – meist trinkt man während einer Erkältung ohnehin automatisch etwas mehr als sonst.

    Bei Halsschmerzen

    • Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser oder Salbeitee, Lutschen von Salbei- und anderen Bonbons oder auch Gurgeln mit antiseptischen Wirkstoffen (z. B. Chlorhexidin) lindern die Schmerzen und die Entzündung.
    • Eine warme Tasse Milch mit Honig mildert ebenfalls die Beschwerden im Rachen. Wer keine Milch mag, erreicht diesen Effekt auch mit einer heißen Tasse Salbei- oder Ingwertee. Ebenso können ein bis drei Gläser Johannisbeersaft pro Tag hilfreich sein: Mischen Sie sechs Esslöffel schwarzen Johannisbeersaft mit einem Esslöffel Honig und zwei Löffeln Zitronensaft.

    Bei Schnupfen

    • Kochsalz- und Meerwasserlösungen (auch als Fertigpräparate in der Apotheke erhältlich) verflüssigen und lösen den Schleim.
    • Nasentropfen oder -sprays mit abschwellender Wirkung (z. B. Oxymetazolin, Xylometazolin) verengen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut mit dem Effekt, dass die Nasenschleimhaut abschwillt. Länger als fünf Tage sollten sie jedoch nicht zum Einsatz kommen: Bei längerfristiger Anwendung führt die abschwellende Wirkung zu einer verminderten Durchblutung der Nasenschleimhaut. Dadurch kann sich eine chronische Entzündung mit Borkenbildung, Schleimhautuntergang und üblem Geruch entwickeln. Auch kann die Schleimhaut etwa vier bis sechs Stunden nach Anwendung des Nasensprays wieder verstärkt anschwellen.
    • Pflanzliche Schnupfenmittel (z. B. Sinupret®, Gelomyrtol®) wirken schleimlösend und entzündungshemmend. Gleiches gilt für Einreibungen der Brust mit ätherischen Ölen, z. B. Thymian-, Pfefferminz-, Cajeput- oder Eukalyptusöl. Tragen Sie die Öle nicht pur auf, sondern mischen Sie fünf Tropfen in 50 Milliliter Jojobaöl, und massieren Sie dann einen Esslöffel ein.
    • Inhalationen bzw. Dampfbäder (mit Inhalatoren aus der Apotheke) mit Wasserdampf und z. B. Kamillenblüten oder ätherischen Ölen (z. B. Pinimenthol® Erkältungsinhalat) zum Einsatz kommen, lindern eine verstopfte Schnupfennase und wirken entzündungshemmend. Danach nicht rausgehen, sondern im Warmen bleiben.
    • Die Luftfeuchtigkeit kann durch über die Heizung gelegte feuchte Tücher erhöht werden.
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