Bescheid wissen. Gesund bleiben.

Ästhetisch-Plastische Chirurgie

Den ungeliebten Fettpolstern mit Kälte, Vibrationen oder elektrischen Impulsen zu Leibe zu rücken — das hört sich nach einer harmlosen Problemlösung ohne großen Aufwand an. Auch das Versprechen, überschüssiges Körperfett mithilfe einer einzigen Spritze zum Schmelzen zu bringen, klingt verheißungsvoll … Doch halten die neuen Fett-Weg-Methoden auch, was sie versprechen? Diese Frage stellte TOPFIT den Münchner Fachärzten für Plastisch-Ästhetische Chirurgie Dr. med. Hans-Hermann Wörl und Dr. med. Stefan Schmiedl. Ihr Fazit: Der sicherste und zugleich effektivste Weg, hartnäckiges Fett an Bauch, Hüften oder Oberschenkeln auf Dauer loszuwerden, ist die Fettabsaugung.

von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Wörl, die Entfernung von Fettpolstern liegt im Trend. Ist das der neue Weg zu einem schlanken Körper?

Dr. Wörl: Es kommt darauf an, was man genau unter einem »schlanken Körper« versteht. Richtig ist: Fettdepots, denen weder mit Sport noch mit diszipliniertem Essen beizukommen ist, können die Körperkontur unschön verändern – auch wenn die Waage eigentlich Normalgewicht anzeigt. Oft sind es der Bauch, das Gesäß, die Hüften oder Oberschenkel, an denen sich das unliebsame Fett ansammelt. Ein typisches Beispiel bei Frauen sind z. B. Reiterhosen, die durch Fettpolster an Oberschenkeln, Hüften, aber auch den Knie-Innenseiten entstehen; der Oberkörper ist dagegen meist eher zierlich. Männer leiden oft unter einer Fettansammlung im Hüft- oder Brustbereich. In diesen Fällen kann die Plastisch-Ästhetische Chirurgie helfen, die unliebsamen Problemzonen loszuwerden: Mit der Fettabsaugung können Fettpolster gezielt entfernt werden, um so unharmonische Proportionen auszugleichen.

Lassen sich auch andere Problemzonen auf diese Weise behandeln?

Dr. Schmiedl: Langjährige Erfahrung des Chirurgen vorausgesetzt, kann vom Oberarm oder Unterarm bis hin zum Unterschenkel praktisch jedes unschöne Fettpolster mithilfe der Fettabsaugung beseitigt werden. Eine weitere wichtige Indikation ist ein Lipolymphödem, das auf einer krankhaften Störung der Fettverteilung, verbunden mit Gewebswassereinlagerungen, beruht. Hier gilt die Fettabsaugung derzeit als die effektivste Therapie­methode: Die Frauen haben meist keine Schmerzen mehr und sind glücklich über wohlgeformte Beine, die endlich zu ihrem Körper passen.

Eignet sich die Fettabsaugung auch zum Abnehmen?

Dr. Wörl: Die Fettabsaugung ist eine sehr effektive Methode, um dem Körper eine bessere Kontur zu geben – zur Gewichtsreduzierung ist sie allerdings nicht geeignet. Im Gegenteil: Zu erwarten, dass man durch die Behandlung massiv an Gewicht verliert, ist nicht nur unrealistisch, sondern birgt sogar gesundheitliche Risiken. Hier ist der verantwortungsbewusste Ästhetisch-Plastische Chirurg gefragt, der immer erst ein ausführliches Beratungsgespräch führt, um gemeinsam mit dem Patienten herauszufinden, ob eine Fettabsaugung in seinem Fall tatsächlich die geeignete Maßnahme zur Problemlösung ist.

Sie empfehlen die Fettabsaugung als ­Methode der Wahl. Was sind die Gründe?

Dr. Schmiedl: Es hat sich gezeigt, dass die meisten Verfahren, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, nicht das gehalten haben, was sie versprochen haben. Einer der Gründe ist, dass die Fettzellen oftmals nicht komplett entfernt werden. Dies birgt u. a. die Gefahr, dass es zu unschönen Asymmetrien kommt und so dem angestrebten Resultat einer verbesserten Körperkontur zuwiderläuft. Zudem fehlt bei den neuen Methoden der Nachweis eines Langzeiteffekts. Anders sieht es bei der Fettabsaugung aus: Das Verfahren ist nun lange Jahre erprobt, es gilt als besonders sicher und überzeugt durch gute, langanhaltende Ergebnisse. Denn hierbei wird nicht nur das störende Fett, sondern es werden auch die fettspeichernden Zellen beseitigt. Wo keine Fettzellen mehr sind, kann sich auch in Zukunft kein Fett mehr einlagern.

Die Entfernung des Fetts erfolgt über Saugkanülen …

Dr. Wörl: . . . Richtig. Wir verwenden hierfür allerdings extrem dünne Absaugkanülen, die mit vielen Löchern versehen und vorn abgerundet sind. So können winzig kleine Schnitte gemacht werden, die Gefahr von Gefäß- und Lymphbahnverletzungen ist dann sehr gering. Die vielen Löcher der Kanülen sorgen zudem für eine bessere Verteilung des Sogs beim Saugvorgang. Uns steht für die Fettabsaugung ein breites Spektrum an verschiedenen Kanülen zur Verfügung, die je nach Anwendungsgebiet variiert werden können.

Wie gehen Sie im Einzelnen vor?

Dr. Schmiedl: Über winzige Hautschnitte werden zunächst große Mengen einer Mischung aus physiologischer Kochsalzlösung, lokal wirkendem Betäubungsmittel und Adrenalin zur Vermeidung von Blutungen ins Gewebe eingebracht. Während der Einwirkzeit von bis zu einer Stunde quellen die Fettzellen auf und lösen sich aus dem sie umgebenden Gewebe. Anschließend können sie über die feinen Kanülen abgesaugt werden. Wir empfehlen, den Eingriff in Vollnarkose durchzuführen, dies gewährt völlige Schmerzfreiheit. Mit dem Lokalanästhetikum allein lässt sich das in Regel nicht erreichen. Hierfür müsste die Menge die zugelassene Dosierung deutlich überschreiten. Und da eine Überdosierung lebensgefährliche Folgen haben kann, lehnen wir dies strikt ab.

Zu den Personen

Die Münchner Fachärzte für Plastische ­Chirur­gie Dr. med. Hans-Her­mann Wörl und Dr. med. Stefan Schmiedl blicken nicht nur auf eine lange Berufstätigkeit zurück, sondern gelten in der Fachwelt auch als »Trendsetter«, die durch Weiterentwicklungen oder innovativen Kombinationen von bewährten und neuen Methoden immer wieder Maßstäbe in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie setzen. Im Einzelnen umfasst ihr Behandlungsspektrum sämtliche Leistungen der Rekonstruktiven und der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie, z. B. alle operativen und (nicht-)operativen Maßnahmen (z. B. Botox und Filler) zur Gesichtsverjüngung, Lidkorrektur, Brustvergrößerung, Brustverkleinerung und Bruststraffung, Fettabsaugung mithilfe der Tumeszenztechnik, Bodylift, Oberarm-, Oberschenkel- und Bauchdeckenstraffung sowie Genitalchirurgie.
Nähere Infos: www.widenmayer16.de

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