Schmerzfrei laufen dank Einlagen

    Marathonlaufen und Knieschmerzen – das passt nicht. Hilfe versprechen Einlagen – aber nur, wenn sie exakt auf die Läuferfüße abgestimmt sind, um ungünstige Druckverhältnisse ausgleichen zu können. 

    Von Dr. Nicole Schaenzler

    Hilfe vom Orthopädietechnikermeister

    Orthoforum Artikel TOPFIT

    Marathon ist die Königsdisziplin unter den Ausdauersportarten: Es gilt, 42,195 Kilometer auf der Straße zu laufen – und das in einem Tempo, das wettbewerbstauglich ist. Für Michel Arsac-England ist der Marathonlauf eine Passion: Dreimal pro Woche läuft er mindestens zehn, oft sogar über 20 Kilometer. Hinzu kommen die großen Marathonläufe, etwa in München, Berlin, Wien oder Chicago. So kommen pro Jahr mehr als 2 000 Laufkilometer zusammen – eine beeindruckende Zahl, eine beeindruckende Leistung.Marathon ist die Königsdisziplin unter den Ausdauersportarten: Es gilt, 42,195 Kilometer auf der Straße zu laufen – und das in einem Tempo, das wettbewerbstauglich ist. Für Michel Arsac-England ist der Marathonlauf eine Passion: Dreimal pro Woche läuft er mindestens zehn, oft sogar über 20 Kilometer. Hinzu kommen die großen Marathonläufe, etwa in München, Berlin, Wien oder Chicago. So kommen pro Jahr mehr als 2 000 Laufkilometer zusammen – eine beeindruckende Zahl, eine beeindruckende Leistung.

    Der Entschluss, einen Marathon zu laufen, entstand spontan an einem Neujahrsmorgen: »Ein Freund und ich wetteten darum, wer von uns beiden es schafft, am München-Marathon teilzunehmen. Wir hatten beide keinerlei Erfahrung, deshalb war uns auch nicht klar, worauf genau wir uns da einlassen«, sagt Michel Arsac-England. Der gebürtige Franzose gewann die Wette. »Aber über die Ziellinie bin ich mehr gekrochen als gelaufen«, schmunzelt er im Rückblick. Und er erkannte: Die Freude am Laufen allein genügt nicht, auch so wichtige Aspekte wie die richtige Lauf- und Atemtechnik müssen stimmen, um Halbmarathon- und Marathon-strecken laufen zu können. Noch am selben Tag seines allerersten Wettkampfs nahm er Kontakt zu einem Lauftrainer auf – und ist seitdem festes Mitglied einer hochmotivierten Laufgruppe, die sich auch gemeinsam auf Wettkämpfe vorbereitet.  

    Berglaufen toppt Langstreckenlauf

    Inzwischen steht immer häufiger auch Berglaufen auf seinem Programm – eine Kategorie für sich. »Hier spielen weniger Art und Länge der Strecke als vor allem die Höhenmeter eine wichtige Rolle«, erklärt der 60-jährige Ingenieur. Gerade die Höhenunterschiede verlangen dem Körper beim Laufen eine enorme Ausdauerleistung ab. Hinzu kommt: Beim Berglauf wird der Körper auf eine etwas andere Weise belastet als beim Laufen in flachem Gelände. Während Bergauflaufen den Bewegungsapparat sogar schont, da die Aufprallkräfte in einer Steigung auf ein Minimum reduziert sind, beanspruchen die Bewegungsabläufe beim Bergablaufen Muskeln, Bänder und Gelenke in besonderem Maße. Vor allem die Belastung für die Kniegelenke steigt überproportional an, denn nun wirken Kräfte auf das Kniegelenk ein, die ein Mehrfaches des Körpergewichts ausmachen. 

    Ausgerechnet die Kniegelenke bereiten dem passionierten Langstreckenläufer seit einigen Jahren Probleme. »Früher habe ich Rugby, Fußball und Gaelic Football gespielt. Bei dieser irischen Mannschaftsportart, die Elemente des Fußballs, Rugby und Volleyballs vereint, sind Knieverletzungen keine Seltenheit«, sagt Michel Arsac-England. 

    Hilfe vom Orthopädietechnikermeister

    Vor zwei Jahren wurden die Beschwerden dann so stark, dass eine orthopädische Abklärung notwendig wurde. »Der Orthopäde verordnete mir Einlagen und schickte mich zu Orthoforum Orthopädietechnik«, erinnert sich Arsac-England. Die Einlagen seien nötig, so wurde ihm erklärt, um ungünstige Druckverhältnisse auszugleichen, die beim Laufen auf die Kniegelenke einwirken.

     »In meinem Fall galt es, einem übermäßigen Druck auf der Fußinnenseite entgegenzuwirken, um so zu erreichen, dass die Kniegelenke sich beim Laufen ein ganz klein wenig nach außen biegen«, sagt Michel Arsac-England. Und das bedeutete: keine Einlagen »von der Stange«, sondern individuell nach Maß gefertigte Einlagen, wie sie nur ein erfahrener Orthopädietechniker fertigen kann. »Die Lösung war tatsächlich sofort da. Schon bei der ersten Laufeinheit waren die Knieschmerzen vollständig verschwunden,« sagt Michel Arsac-England. 

    In den nächsten zwei Jahren gab es keinen Lauf mehr ohne Einlagen – bis sich nach mehr als 4 000 gelaufenen Kilometern plötzlich erneut Kniebeschwerden bemerkbar machten. Inzwischen hat sich Michel Arsac-England von Orthopädietechnikermeister und Inhaber von Orthoforum, Franz Scherzl neue Einlagen fertigen lassen – und hofft nun darauf, dass die Corona-Bestimmungen es schon bald wieder erlauben, einen Stadtmarathon zu laufen.

    Herr Scherzl, was ist das Ziel der Einlagen-Therapie?

    Herr Scherzl: Bei Fußfehlstellungen und anderen Fußproblemen sind bestimmte Zonen des Fußes einer besonderen Druckbelastung ausgesetzt. Oft sind es die schmerzhaften Folgen der dadurch bedingten chronischen Überbeanspruchung, die dem Betroffenen zu schaffen machen. Ziel der Einlagen-Therapie ist eine gelungene Symbiose von Fuß, Schuh und Einlage: Es gilt, den Fuß an seinen Schwachstellen zu stützen, ihn durch Druckumverteilung zu entlasten und ihn so in die Lage zu versetzen, dass er sich wieder in die ihm gemäße Form ausrichten kann. Hier können Einlagen wertvolle Dienste leisten: Frühzeitig eingesetzt, können sie nicht nur die Funktion des Fußes vollständig wiederherstellen, sondern sie beugen auch Folgeproblemen, etwa an Wirbelsäule , Knie- oder Hüftgelenken vor. Passt die Einlage genau zum Fußprofil und wird sie konsequent getragen, kann es sogar sein, dass der Patient nach einer Weile gar keine Einlagen mehr benötigt. Für eine therapeutisch effektive Einlagenversorgung sind jedoch eine eingehende Untersuchung der Füße einschließlich einer Bewegungsanalyse sowie eine exakte Analyse des individuellen Fußprofils mithilfe eines Scans (siehe Foto) unerlässlich. 

    Sie betonen, dass die Einlagenversorgung ganzheitlich gesehen werden muss …

    Herr Scherzl: … das ist richtig. Für eine langfristige Besserung kann die Einlage immer nur Teil der Therapie sein, eine wichtige Ergänzung ist z. B. Fußgymnastik. Deshalb zeigen wir unseren Patienten begleitend spezielle Übungen, die individuell zu ihrem Fußproblem passen und die sie regelmäßig zu Hause durchführen können.  

    Welche Einlagen haben sich besonders bewährt?

    Herr Scherzl: Wenn möglich, geben wir sensomotorischen Einlagen den Vorzug. Lange Zeit war es üblich, starre Einlagen zu fertigen, dahinter stand die Idee, dass der Fuß aufgerichtet und das Fußgewölbe im Sinne einer Formgebung unterstützt werden muss. Mit den modernen Einlagen verfolgen wir einen anderen Ansatz, indem sie den Fuß nicht passiv stützen, sondern ihn aktiv arbeiten lassen. Dabei setzen die sensomotorischen Einlagen eine Art Lernprozess in Gang, indem eingearbeitete Pelotten-Elemente auf den Sohlen der Einlagen direkt auf die Rezeptoren der Fußmuskeln einwirken. Auf diese An- und Entspannung der Muskulatur reagiert der Körper mit einer veränderten Muskelspannung. Der Effekt: eine verbesserte muskuläre Balance, weniger Beschwerden – und mit der Zeit auch eine nachhaltige Korrektur der Fuß- und Körperstatik.

    Franz Scherzl ist Orthopädietechnikermeister und geschäftsführender Gesellschafter der Orthoforum Orthopädietechnik in München-Perlach.
    Nähere Informationen unter www.orthoforum.info.

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